19 Februar 2009

greymouth bis dunedin

Huhu meine liebsten treuen leser !!!

Nach einer längeren durststrecke melde ich mich nun endlich mal wieder aus meiner persönlichen kiwiwelt … es ist einiges passiert – so viel nur vorab!

also, äuglein aufgesperrt und ab und zu mal den mund wieder zu machen … ;)

Nachdem wir greymouth vor knapp zwei wochen verlassen hatten, führte uns unser weg in die jadestadt hokitika.

Dort besuchten wir eine kleine, aber feine jadeschmuckgallerie – merkten allerdings sehr schnell, dass sich unsere finanziellen mittel in einer anderen liga befinden … interessant war es trotzdem.

Am selben abend beobachteten wir an einem entlegenen plätzchen kurz vor dem schlafengehen ein paar glühwürmchen, welche uns eine tolle lichtershow boten.

Während meines läufchens am nächsten morgen entdeckte ich, bei typischem westküstenwetter, überreste eines kreativitätswettbewerbs am strand, wobei unter anderem kleine pinguinunterschlüpfe kreiert wurden.

Auf dem highway richtung süden gab es bis zu den beiden gletschern lediglich eine kleine sehenswürdigkeit namens ross, welche eine kleine historische goldminenstadt ist. Dort stehen immer noch verlassene häuser aus der goldrauschzeit … ansonsten war es aber recht unspektakulär.

Dem zu folge waren wir sehr zügig in franz-josef, einem sehr touristisch aufgezogen fleckchen neuseelands, welcher unmittelbar vor dem gleichnamigen gletscher liegt.

Dieser naturgigant, der mir bis jetzt eigentlich nur aus dem geografieunterricht bekannt war, wurde nun authentisiert und ich konnte das gelernte einmal hautnah erleben.

Auf grund der tatsache, dass wir uns läuferisch bewegten, konnten wir uns den gletscher aus verschiedenen perspektiven anschauen.

Als wir wieder am auto eingekehrt waren, wurden wir durch eine schar von fotografierenden touristen auf unsere ersten keas – große gummifanatische papageien – aufmerksam.

Sie machten sich an diversen auto ans werk jegliche dichtungen herauszupulen, um diese anschließend anzuknabbern – zur freude der beobachter, aber ebenso ärgernis der autobesitzer … ;)

Der gletscher war gegenüber den bereits gesammelten eindrücken, wie zum beispiel stränden, vulkanen oder auch der tierwelt einfach zu verschieden, als dass man es in irgendeiner weise vergleichen oder gegenüberstellen könnte.

Es war ein erlebnis, welches ganz klar eine sonderstellung einnimmt.

Der darauffolgende tag war dem foxgletscher verschrieben.

Doch zuvor verbrachten wir die nacht am lake matheson, um zum sonnenaufgang dort zu sein, wenn sich die südalpen mit dem mt cook auf der wasseroberfläche des sees spiegeln.

Nach der bisher wohl kürzesten und unruhigsten nacht starteten wir dank der tollen wettervoraussetzungen verhältnismäßig gut in den tag.

Die wenigen stunden schlaf haben wir hunderten mücken zu verdanken, die sich nachts einen weg durch die fensterrahmen in unser auto bahnten und uns fast zum verzweifeln brachten.

Ein kleiner trost war es jedoch als wir am nächsten morgen von unseren parkplatznachbar ähnliche beschwerden hörten … wir waren also nicht allein.

Der foxgletscher, der kleinere bruder des franz-josef, erschien uns als der attraktivere von beiden, da man quasi fast bis an das eis heran durfte.

Mit laufschuhen an den füßen ging es auch hier auf mehrstündige erkundungstour. So hatten wir die möglichkeit in kürzester zeit alle umliegenden wanderwege und aussichtspunkte zu erreichen und damit verschiedene eindrücke des gletschers zu bekommen.

Besonders beeindruckend war die kurze strecke auf der sich das gebirge vom meer bis hin zum mt cook – auf 3754 meter erhebt.

Unsere route führte uns ohne größere umwege bis wanaka, lediglich dem ship creek beach wurde dabei ein besuch und zwei fotos gewidmet.

Hier sahen wir durch zufall einen delfinschwarm in der ferne richtung norden ziehen … unglaublich aber wahr – neuseeland macht’s möglich!

Die strecke verlief auffallend schön am lake wanaka und anschließend am lake hawea entlang bis man schließlich am südufer des erstgenannten sees nach wanaka einrollte.

Mit einem frühmorgendlichen läufchen bestiegen wir den mt iron, von dem aus man eine atemberaubende sicht auf die kleine charmante stadt hat.

Nach dem frühstück stand die puzzling world auf dem programm. Dies ist eine attraktion für die hübschen kleinen gehirnwindungen, die in der letzten zeit nicht völlig sendepause hatten aber auch nicht sonderlich beansprucht wurden.

In dem eingangsbereich waren verschiedene gedulds- und geschicklichkeitsspiele auf tischen verteilt, wo wir reichlich 2 stunden zubrachten.

Des weiteren gab es ein labyrinth, welches dreidimensional und das erste seiner art und größe auf der welt war.

Wir absolvierten dieses sehr anspruchsvolle labyrinth innerhalb von 50 minuten mit einer menge spaß.

Der komplex hatte außerdem mehrere illussionsräume zu bieten, die einem vor augen führen wie einfach die menschlichen sinne zu täuschen sind.

Darunter zum beispiel ein 15° geneigter raum, in dem es scheint, als ob wasser aufwärts fließt und sich eine billiardkugel der erdanziehungskraft widersetzt.

Alles in allem ein sehr gelungenes konzept, das vor allem bis ins kleinste detail – z.B. klobrillen – begeistert.

Nächste anlaufstation war queenstown.

Diese kleine stadt lebt ausschließlich vom tourismus. Im winter kommen zu den backpackern noch die skifahrenden urlauber hinzu, da es ringsherum schöne skigebiete gibt.

Der tourismus prägt die stadt im sinne des trubels und des ständigen begängnisses in der fußgängerzone.

Durch zufall sahen wir eine ausschreibung für einen volkslauf, der am späten nachmittag stattfinden sollte.

Nachdem rudi plante mitzulaufen, entschloss ich mich kurzer hand ebenfalls dazu.

Mein erster laufwettkampf, der über die strecke von 800m hinausging, die zu leichtathletikzeiten die größte herausforderung für mich darstellte… ;)

Ich absolvierte die 5km lange strecke und bin noch am leben.

Grob zusammengefasst kann ich sagen, dass es mir riesig spaß gemacht hat und es wahrscheinlich nicht das letzte mal gewesen sein wird.

Und man glaubt es kaum, ich kannte sogar den gewinner … mein reisepartner! =)

Der stadtpark machte uns um eine weitere sportliche erfahrung reicher, denn es gab dort die möglichkeit frisbeegolf zu spielen – richtig genial und anschließend mit sehr unangenehmen muskelkater verbunden … ;)

Der bevorstehende trip zum milford sound kostete uns zwar einen größeren umweg, weil dieser am ende einer 120km langen sackgasse lag, doch es hat sich gelohnt.

Am anfang dieser sackgasse liegt te anau.

Dieses kleinere städtchen hat sich am ufer des gleichnamigen sees angesiedelt und diente uns als letzter zwischenstopp vor der 240km tankstellenlosen strecke.

Nachdem man den see passiert hat, taucht man nahezu anschließend in den fjördland nationalpark ein.

Bis zum milford sound machten wir lediglich dreimal halt…

Erste station waren die mirror lakes (spiegelseen), in denen man auf der glatten wasseroberfläche die gegenüberliegende gebirgskette sehen konnte.

Zweite station hatte einen sportlichen charakter, da wir ein kleines stück des eigentlich mehtägigen routeburn tracks anliefen, um einen eindruck zu bekommen.

Auswertung: steil – steiler – routeburn track!

nein, ganz so schlimm war es nicht nur leider zu steil zum laufen … ;)

Und die letzte pause gönnten wir dube vor dem homer tunnel, da zwischen 9 und 18 uhr immer nur eine fahrtrichtung 15minuten lang freigegeben ist und wir somit zum warten gezwungen waren.

Dube hat sich gefreut … der berg war bis dahin schon nicht so ohne.

An dem hafen vor dem milford sound angekommen, buchten wir zwei plätze auf dem kleinsten und preiswertesten dampfer und eine halbe stunde später ging der spaß los.

Mit knapp 20 anderen touris teilten wir uns 1,5 stunden das oberste deck …

Das ambiente stimmte also mit sehr viel bewegungsfreiheit, guter sicht und kostenlosem kaffee für mich *juhu*

Die rundfahrt führte uns an allen attraktionen vorbei bis aufs offene meer.

Gleich zu anfang fuhren wir bis auf wenige meter an eine robbenkolonie heran, die uns keine größere beachtung schenkte und sich in ruhe beobachten ließ.

Es folgten der mitre peak, die bowen falls und die stirling falls, an welche wir so nah heran gefahren wurden, dass wir uns quasi unter dem wasserfall befanden und dem entsprechend nass wurden.

Zusammengefasst ein sehr gelungener ausflug und sicher nicht ganz ohne grund eine der hauptattraktionen neuseelands, die wahrscheinlich fast jeder, der das land erkundet, auf seinem plan stehen hat.

Die rückfahrt gestaltete sich interessant, da dube am homer tunnel brodelte.

Wir stellten bereits fest, dass er die letzten tage immer heißer wurde und sich damit mehr und mehr als sorgenkind etablierte, welches unbedingt eine werkstatt benötigt.

Da wir dachten, dass es aus organisatorischen gründen besser wäre dube in einer größeren stadt wegzuschaffen, setzten wir uns invercargill als ziel.

Daher schonten wir dube so gut es ging und übernachteten am rande der southern scenic route, welche nachdem wir te anau erneut passierten in südliche richtung weiterführte.

Am nächsten morgen machten wir uns, mit dem großen ziel invercargill irgendwie zu erreichen, auf den weg und fuhren somit statt nach geschwindigkeits- nach temperaturanzeige.

Dube fand diese idee nicht so toll und streikte nach wahnsinnigen 15 gefahrenen kilometern und wo soll es sonst passieren als irgendwo im nirgendwo … anders wäre es ja nicht spannend genug gewesen!

Zum glück sind wir mitglieder im neuseeländischen adac und konnten somit recht schnell abgeschleppt werden.

Doch bevor die einheimischen autoklempner dies taten, wurde ganz nach kiwiart ein eimer wasser aus der nachbarschaft geholt und in den kühler gegossen … nix kühlerflüssigkeit – warum auch? ein auto wird hier eben fahrbar gemacht und nicht verwöhnt … :D

In der werkstatt angekommen …

Erste diagnose: kleiner riss in einem schlauch - 24$ - wir: *rumhüpfend* billiger konnten wir nicht davon kommen.

Doch zu früh gefreut … nach einem kilometer - keine besserung … also zurück!

Zweite diagnose: kühler muss ausgebaut und gereinigt werden!

Das hätte für uns 5 tage wirklich richtig tiefe pampa bedeutet, da der kühler nach dem ausbauen erst in die stadt geschickt werden gemusst hätte, um dort gereinigt werden zu können.

Doch der nette autofritz bot uns an es mit einfachem ausspühlen zu versuchen, was wir deutlich bevorzugten - hauptsache wir kommen da weg

Ende vom lied: um 110$ ärmer - eine geschichte reicher - und dube mit neuer persönlichkeit als icebox!!! und die hauptsache - alle drei glücklich … *puh*

Damit konnten wir nach diesem nervenaufreibenden vormittag unsere reise auf dem southern scenic highway fortsetzen und stießen in riverton auf eine niedliche kleine robbe, die sich auf einem stein im blitzlichtgewitter aalte und überhaupt nicht scheu für uns posierte.

Ich habe mich vor entzücken kaum zügeln können … der arme rudi … ;)

Kurz darauf erreichten wir invercargill, endlich wieder zivilisation nach der dünn besiedelten westküste.

In dem großen stadtpark, queens park, sahen wir unter anderem diverse papageienarten und kängurus.

Ansonsten war die stadt auffallend schön und nicht übermäßig vom tourismus geprägt.

Nachdem wir die stadt wieder verlassen hatten, durchquerten wir die region, die sich catlins nennt.

Dabei gab es das eine oder andere feinschmeckerchen fürs auge … den slope point, als südlichsten punkt der südinsel und einen versteinerten wald mit gelbaugenpinguinen, die am späten nachmittag an land kamen.

Wir sind sicherlich nicht die einzigen gewesen, die vorher noch nie pinguine gesehen hatten und von daher kann man sich sicherlich vorstellen, wie wir uns gefreut haben.

Nach diesen vielen höhepunkten in so kurzer zeit drehten wir dem äußersten süden den rücken zu und bogen somit auf die zielgerade ein … es ging nun richtung norden und wir schafften es noch am selben abend bis nach dunedin.

Hier sind wir schon seit ein paar tagen und tingeln mal wieder zu dritt umher - isa ist wieder an bord!

Zusammen haben wir eine billige ganzkörperwäsche in einem salzwasserfreibad abgegriffen.

Die kulisse war besser denn je … direkt am meer konnte man während eines päuschens beim schwimmen das rege treiben an dem beliebten surferstrand beobachten - traumhaft!!!

Außerdem statteten wir der steilsten straße der welt, so wird es zumindest behauptet, einen besuch ab.

Sie ist 161m lang und legt einen höhenunterschied von 47m zurück … an der steilsten stelle beträgt der anstieg 38% - wirklich beeindruckend. Hochgefahren sind wir aber trotzdem nicht…;)

So, da sind wir nun - der reisemarathon geht in die letzte runde und die wird heute in angriff genommen.

Ich werde mich wohl das nächste mal aus christchurch melden, aber vorher schauen wir uns den mt cook und die moeraki boulders an.

Dann lasst euch von der arktischen kälte nicht zu sehr runterziehen…ich schau mal, ob sich der kiwiwettergott dazu überreden lässt, mit dem deutschen kollegen ein ernstes wörtchen zu reden … ich geb mein bestes … ;)

Dann sende ich euch erstmal ein paar sonnige grüße über den teich …

cya euer lischen

05 Februar 2009

tasman bay & golden bay bis greymouth

Ein sonniges hallihallöchen … ins kalte deutschland!!!

Ich weiß was ich hier nicht vermisse…ja, richtig den winter!

Bei strahlendem sonnenschein und temperaturen stets über 20° eroberten wir nun den abel tasman nationalpark, den norden der südinsel und den anfang der westküste, wie ich es in meinem letzten post angekündigt hatte.

Froh und munter und den neuen erlebnissen entgegenblickend, machten wir uns auf den weg richtung marahau.

Dieser kleine ort war der ausgangspunkt für einen einmaligen kanutrip an der von stränden gesäumten küste des abel tasman nationalparks entlang.

In motueka, der letzten größeren „stadt“ vor dem nationalpark, informierten wir uns über das wetter der nächsten tage und entschieden, dass die optimale lösung die zweitagesvariante ist, um somit einen sonnenuntergang sowie – aufgang mit einer kullisse der extraklasse sehen zu können.

Daraufhin haben wir letzte vorbereitungen getroffen:

im supermarkt deckten wir uns mit reichlich tunfischdosen ein und eine nacht auf dem zeltplatz der watering cove wurde reservierten.

Nach einem kleinen abstecher nach kaiteriteri erkundeten wir die ersten kilometer des wanderwegs, der der küstelinie des nationalparks folgt, mittels eines kleinen läufchens.

Am folgenden morgen konnten wir zum glück schon mit dem ersten wassertaxi des tages, welches um 8uhr ablegte, durchstarten.

Deshalb hatten wir bereits am vortag unseren einführungskurs absolviert und somit unsere wassertauglichkeit bewiesen… ;)

Allein die fahrt mit einem taxi der speziellen art war ein erlebniss – man wird von einem traktor, welcher im miniformat speziell für das transportieren der boote eingesetzt wird ins wasser manövriert, was sich bei ebbe in ein abstoßen des bootes ins wasser umformt.

Nun geht es endlich los und der traum, den ich mir schon in deutschland ausgemalt habe, wird endlich wahr…

Auf der fahrt an den endlos vielen gelben stränden vorbei gab es gleich zu beginn einen kleinen höhepunkt, denn der bootsführer hatte einen pinguin gesichtet – einen kleinen blauen pinguin, welcher zu der kleinsten pinguinart der welt gehört… niedlich^^

… doch es sollte bei weitem nicht der letzte höhepunkt gewesen sein!!!

Nach einer rasanten flummiartigen hopserfahrt über die wellen wurden wir mit unserem kanu am onetahuti beach zurückgelassen und nachdem wir alle unsere mitbringsel im schwimmendem untersatz verstaut hatten, ging es nun endlich nach 9 uhr richtig los…

Erste anlaufstation und geheimtipp unserer einweiserin vom vortag, lag ein stück nördlich und nennt sich shag harbour.

Zwischen felsen hindurch gelangt man in eine traumhafte bucht mit türkisblauem wasser… dort hieß es zwei minuten innehalten und genießen…

Nach diesem morgendlichen feinschmeckerchen steuerten wir tonga island an, wo sich eine seelöwenkolonie niedergelassen hatte und sich die sonne auf ihre nicht zu kleinen bäuche scheinen ließ.

Ein paar von ihnen amüsierten sich auch im wasser direkt neben uns.

Nur 1,5 stunden nach dem ablegen in der onetahuti bay und eigentlich schon mit viel zu vielen eindrücken im gepäck ließen wir die paddel fliegen und brachten uns und unser kanu somit recht schnell wieder ans festland, wo der nächste traumstrand schon förmlich danach schrie von uns fotografiert zu werden.

Er nannte sich tonga quarry.

Wir verweilten ein paar minütchen … und schon ging es auf zur nächsten bucht – der bark bay.

Während des paddelns und herumschauens wurden wir plötzlich mit offenem mund in spähposition und kamera in der hand versetzt … ist da wirklich gerade ein delfin vor unseren augen im wasser rumgesprungen??? … ja, ist er!!! *ohne worte*

Doch leider war die summe der visualisierungs- und reaktionszeit meines fingers auf dem auslöser der kamera zu groß, um ihn zu erwischen… schade, aber wir haben ihn oft genug gesehen!!!

Nach dem passieren einer sandigen landzunge tauchten wir wiederholt in eine andere welt ein.

Der charakter ändert sich entgegen dem offenen meer schlagartig in ein ruhiges sanft fließendes gewässer, in dem man sich in ruhe treiben lassen und zumindest ansatzweise versuchen kann die letzten stunden etwas zu realisieren – bei mir jedoch ohne erfolg!!! ;)

Da die flut an diesen beiden tagen um die Mittagszeit herum lag, konnten wir fast alle dieser meeresarme befahren und somit alles auskosten konnten, was die küste des nationalparks hergibt.

In der frenchman bay konnten wir, aufgrund einer nachmittagsruhe am postkartenstrand, den faszinierenden unterschied zwischen ebbe und flut (bzw. benachbarte bucht voll und leer) beobachten.

Da wir schon den ganzen tag viel zu schnell waren, genossen wir ein wenig länger die sonne und paddelten irgendwann durch die mad mile, die wahrscheinlich sonst immer „mad“ also schwer zu paddeln ist, um zur watering cove zu gelangen.

Dieser strand sollte unser übernachtungsplatz sein.

Allerdings waren wir der meinung, dass dieser tag einfach zu perfekt war … sodass wir kurzer hand beim rausziehen des kanus, dieses noch einen kleinen umweg über meinen zeh machen ließen.

Dennoch konnte nicht einmal der harte boden auf dem wir schliefen (in einem zelt) die stimmung trüben – mit sonnenbrand, dicken armen (zumindest bei mir) und frohem gemüt schlummerten wir ein.

Am nächsten morgen … halt … nennen wir es „noch in der nacht“ … machten wir uns erneut auf den weg.

Mit dem sonnenaufgang auf dem wasser hat der neue tag schon einmal prächtig begonnen und für die folgenden zwei stunden sahen wir keine menschenseele weit und breit.

Anfangs fuhren wir wiederholt in richtung norden, um uns die torrent bay, die wir am vortag ausgelassen hatten, anzuschauen.

Anschließend nahmen wir kurs auf anchorage und ließen uns dort zum mittagsbrutzeln nieder.

Nach diesem kindergartenvormittag mussten wir zum ersten mal gas geben, da wir schon 16uhr wieder in marahau sein mussten und noch den weiter südlich gelegenen split apple rock erspähen wollten.

Da anchorage ca. die hälfte der gesamten nord – südstrecke von anfangs- bis endstation darstellte, mussten wir nun drei stunden am stück unsere fortbewegungsmittel ihren zweck erfüllen lassen… was ziemlich an meinen kräften zehrte!

Letztendlich haben wir es aber locker geschafft.

Am abend war ich schon ziemlich fertig…

Es war zwar ein ganz schön großes bündel geld, was uns dieser spaß gekostet hat, aber das war uns dieser ausflug eindeutig wert.

Am darauf folgenden tag fuhren wir bis an das nördlichste ende der südinsel und unternahmen ein läufchen (rudi) / eine wanderung (ich, wegen meinem verletzten zeh)

Zum ziel hatten wir beide den wharariki beach … und unabhängig voneinander stockte uns der atem, als wir den ersten blick auf diesen so fassettenreichen strand warfen.

Er hatte von gigantischen dünen bis hin zu felsen so einiges zu bieten.

Was auch der grund für unser verweilen und herumlaufen bis zum sonnenuntergang war.

Da wir so angetan waren, wurde das schöne wetter, welches uns den gesamten nächsten tag einen durch und durch blauen himmel und somit auch temperaturen bis zu 30°C bot, genutzt um den strand im hellen wiederholt unsicher zu machen.

Davor wurde mittels eines läufchens / spaziergangs noch der cape farewell / der pillar point erklommen.

Anschließend wanderten wir gefühlte vier stunden durch die wüste bzw. eigentlich eine 1,5 stunden runde über den farewell spit.

Dieses besondere naturschutzgebiet ist eine 26km lange landzunge, die aus dünen besteht, die golden bay weitestgehend vom ozean trennt und die heimat vieler verschiedener vogelarten ist.

Nach diesem „kleinen“ abstecher in den norden machten wir in motueka einen kleinen organisatorischen zwischenstopp, da sich unsere essensvorräte dem ende zuneigten, bevor es auf direktem weg richtung süden zu den nelson lakes weiterging.

Dort angekommen wurden wir von den sandflys (beißende obstfliegengroße plagegeister) förmlich aufgefressen, so dass wir es nicht sehr lange aushielten.

Als nächste station für 2-3 tage organisatorische tätigkeiten hatten wir eigentlich westport auserkoren, doch wir waren schneller wieder weg als wir dachten.

Diese „stadt“ hatte definitiv ihre hochzeit hinter sich gelassen und der kohleboom ist längst verflogen.

Das einzig schöne, was wir entdecken konnten war ein denkmal.

Generell erweckt es bis jetzt den eindruck, als ob sich die städte an der westküste alle nicht viel nehmen … sie wurden zur zeit des kohle- oder goldbooms aus dem boden gestampft und seitdem ist hier nicht mehr viel passiert.

Wir setzten deshalb unsere reise fort und reihten uns an den pancake rocks und blow holes (spritzlöchern) ausnahmsweise mal wieder in den fluss der touris ein, da nur zur flut die höhlen volllaufen und es dann riesige fontänen zu sehen gibt.

Anschließend haben wir uns noch etwas in sportlicher hinsicht betätigt und sind den pororari river track gelaufen, welcher stets am fluss entlang führte.

Dieser lauf war einfach spitze … es lief wie geschmiert. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass es der erste lauf seit zwei wochen war.

Eine woche gab es auf der farm absolut keine möglichkeit und die darauf folgende war es wegen meinem zeh nicht möglich.

Da es mit westport nicht so geklappt hatte, setzten wir uns greymouth als neues ziel.

Die gute infrastruktur war wie für unsere bedürfnisse geschaffen.

In der örtlichen bibliothek konnten wir sowohl strom als auch internet frei nutzen – das muss man ausnutzen!!!

Lediglich der point elizabeth war noch recht interessant, aber sonst hat das verhältnissmäßig große städtchen nicht viel zu bieten … das flair ist irgendwo zwischen der zeit der kohleförderung bis jetzt auf der strecke geblieben.

Wie dem auch sei … wir werden heute von hier aufbrechen und die beiden großen gletscher, den franz-josef – und fox gletscher, ins visier nehmen.

Auf dem weg wird es nur vereinzelte zwischenstopps, wie zum beispiel hokitika geben, so dass wir, wenn alles nach plan verläuft, schon morgen abend an den gletschern sein werden.

Ihr merkt, wir haben gut zu tun … man könnte es „reisestress“ nennen, aber ich denke es gibt schlimmeres und wir werden es überleben … ;)

Mir geht es also weiterhin prima … und ich bin nicht traurig über die 20cm sandstrand unter meinen füßen!!!

es grüßt vom anderen ende der welt …

euer lischen ;)