Huhu meine liebsten treuen leser !!!
Nach einer längeren durststrecke melde ich mich nun endlich mal wieder aus meiner persönlichen kiwiwelt … es ist einiges passiert – so viel nur vorab!
also, äuglein aufgesperrt und ab und zu mal den mund wieder zu machen … ;)
Nachdem wir greymouth vor knapp zwei wochen verlassen hatten, führte uns unser weg in die jadestadt hokitika.
Dort besuchten wir eine kleine, aber feine jadeschmuckgallerie – merkten allerdings sehr schnell, dass sich unsere finanziellen mittel in einer anderen liga befinden … interessant war es trotzdem.
Am selben abend beobachteten wir an einem entlegenen plätzchen kurz vor dem schlafengehen ein paar glühwürmchen, welche uns eine tolle lichtershow boten.
Während meines läufchens am nächsten morgen entdeckte ich, bei typischem westküstenwetter, überreste eines kreativitätswettbewerbs am strand, wobei unter anderem kleine pinguinunterschlüpfe kreiert wurden.
Auf dem highway richtung süden gab es bis zu den beiden gletschern lediglich eine kleine sehenswürdigkeit namens ross, welche eine kleine historische goldminenstadt ist. Dort stehen immer noch verlassene häuser aus der goldrauschzeit … ansonsten war es aber recht unspektakulär.
Dem zu folge waren wir sehr zügig in franz-josef, einem sehr touristisch aufgezogen fleckchen neuseelands, welcher unmittelbar vor dem gleichnamigen gletscher liegt.
Dieser naturgigant, der mir bis jetzt eigentlich nur aus dem geografieunterricht bekannt war, wurde nun authentisiert und ich konnte das gelernte einmal hautnah erleben.
Auf grund der tatsache, dass wir uns läuferisch bewegten, konnten wir uns den gletscher aus verschiedenen perspektiven anschauen.
Als wir wieder am auto eingekehrt waren, wurden wir durch eine schar von fotografierenden touristen auf unsere ersten keas – große gummifanatische papageien – aufmerksam.
Sie machten sich an diversen auto ans werk jegliche dichtungen herauszupulen, um diese anschließend anzuknabbern – zur freude der beobachter, aber ebenso ärgernis der autobesitzer … ;)
Der gletscher war gegenüber den bereits gesammelten eindrücken, wie zum beispiel stränden, vulkanen oder auch der tierwelt einfach zu verschieden, als dass man es in irgendeiner weise vergleichen oder gegenüberstellen könnte.
Es war ein erlebnis, welches ganz klar eine sonderstellung einnimmt.
Der darauffolgende tag war dem foxgletscher verschrieben.
Doch zuvor verbrachten wir die nacht am lake matheson, um zum sonnenaufgang dort zu sein, wenn sich die südalpen mit dem mt cook auf der wasseroberfläche des sees spiegeln.
Nach der bisher wohl kürzesten und unruhigsten nacht starteten wir dank der tollen wettervoraussetzungen verhältnismäßig gut in den tag.
Die wenigen stunden schlaf haben wir hunderten mücken zu verdanken, die sich nachts einen weg durch die fensterrahmen in unser auto bahnten und uns fast zum verzweifeln brachten.
Ein kleiner trost war es jedoch als wir am nächsten morgen von unseren parkplatznachbar ähnliche beschwerden hörten … wir waren also nicht allein.
Der foxgletscher, der kleinere bruder des franz-josef, erschien uns als der attraktivere von beiden, da man quasi fast bis an das eis heran durfte.
Mit laufschuhen an den füßen ging es auch hier auf mehrstündige erkundungstour. So hatten wir die möglichkeit in kürzester zeit alle umliegenden wanderwege und aussichtspunkte zu erreichen und damit verschiedene eindrücke des gletschers zu bekommen.
Besonders beeindruckend war die kurze strecke auf der sich das gebirge vom meer bis hin zum mt cook – auf 3754 meter erhebt.
Unsere route führte uns ohne größere umwege bis wanaka, lediglich dem ship creek beach wurde dabei ein besuch und zwei fotos gewidmet.
Hier sahen wir durch zufall einen delfinschwarm in der ferne richtung norden ziehen … unglaublich aber wahr – neuseeland macht’s möglich!
Die strecke verlief auffallend schön am lake wanaka und anschließend am lake hawea entlang bis man schließlich am südufer des erstgenannten sees nach wanaka einrollte.
Mit einem frühmorgendlichen läufchen bestiegen wir den mt iron, von dem aus man eine atemberaubende sicht auf die kleine charmante stadt hat.
Nach dem frühstück stand die puzzling world auf dem programm. Dies ist eine attraktion für die hübschen kleinen gehirnwindungen, die in der letzten zeit nicht völlig sendepause hatten aber auch nicht sonderlich beansprucht wurden.
In dem eingangsbereich waren verschiedene gedulds- und geschicklichkeitsspiele auf tischen verteilt, wo wir reichlich 2 stunden zubrachten.
Des weiteren gab es ein labyrinth, welches dreidimensional und das erste seiner art und größe auf der welt war.
Wir absolvierten dieses sehr anspruchsvolle labyrinth innerhalb von 50 minuten mit einer menge spaß.
Der komplex hatte außerdem mehrere illussionsräume zu bieten, die einem vor augen führen wie einfach die menschlichen sinne zu täuschen sind.
Darunter zum beispiel ein 15° geneigter raum, in dem es scheint, als ob wasser aufwärts fließt und sich eine billiardkugel der erdanziehungskraft widersetzt.
Alles in allem ein sehr gelungenes konzept, das vor allem bis ins kleinste detail – z.B. klobrillen – begeistert.
Nächste anlaufstation war queenstown.
Diese kleine stadt lebt ausschließlich vom tourismus. Im winter kommen zu den backpackern noch die skifahrenden urlauber hinzu, da es ringsherum schöne skigebiete gibt.
Der tourismus prägt die stadt im sinne des trubels und des ständigen begängnisses in der fußgängerzone.
Durch zufall sahen wir eine ausschreibung für einen volkslauf, der am späten nachmittag stattfinden sollte.
Nachdem rudi plante mitzulaufen, entschloss ich mich kurzer hand ebenfalls dazu.
Mein erster laufwettkampf, der über die strecke von 800m hinausging, die zu leichtathletikzeiten die größte herausforderung für mich darstellte… ;)
Ich absolvierte die 5km lange strecke und bin noch am leben.
Grob zusammengefasst kann ich sagen, dass es mir riesig spaß gemacht hat und es wahrscheinlich nicht das letzte mal gewesen sein wird.
Und man glaubt es kaum, ich kannte sogar den gewinner … mein reisepartner! =)
Der stadtpark machte uns um eine weitere sportliche erfahrung reicher, denn es gab dort die möglichkeit frisbeegolf zu spielen – richtig genial und anschließend mit sehr unangenehmen muskelkater verbunden … ;)
Der bevorstehende trip zum milford sound kostete uns zwar einen größeren umweg, weil dieser am ende einer 120km langen sackgasse lag, doch es hat sich gelohnt.
Am anfang dieser sackgasse liegt te anau.
Dieses kleinere städtchen hat sich am ufer des gleichnamigen sees angesiedelt und diente uns als letzter zwischenstopp vor der 240km tankstellenlosen strecke.
Nachdem man den see passiert hat, taucht man nahezu anschließend in den fjördland nationalpark ein.
Bis zum milford sound machten wir lediglich dreimal halt…
Erste station waren die mirror lakes (spiegelseen), in denen man auf der glatten wasseroberfläche die gegenüberliegende gebirgskette sehen konnte.
Zweite station hatte einen sportlichen charakter, da wir ein kleines stück des eigentlich mehtägigen routeburn tracks anliefen, um einen eindruck zu bekommen.
Auswertung: steil – steiler – routeburn track!
nein, ganz so schlimm war es nicht nur leider zu steil zum laufen … ;)
Und die letzte pause gönnten wir dube vor dem homer tunnel, da zwischen 9 und 18 uhr immer nur eine fahrtrichtung 15minuten lang freigegeben ist und wir somit zum warten gezwungen waren.
Dube hat sich gefreut … der berg war bis dahin schon nicht so ohne.
An dem hafen vor dem milford sound angekommen, buchten wir zwei plätze auf dem kleinsten und preiswertesten dampfer und eine halbe stunde später ging der spaß los.
Mit knapp 20 anderen touris teilten wir uns 1,5 stunden das oberste deck …
Das ambiente stimmte also mit sehr viel bewegungsfreiheit, guter sicht und kostenlosem kaffee für mich *juhu*
Die rundfahrt führte uns an allen attraktionen vorbei bis aufs offene meer.
Gleich zu anfang fuhren wir bis auf wenige meter an eine robbenkolonie heran, die uns keine größere beachtung schenkte und sich in ruhe beobachten ließ.
Es folgten der mitre peak, die bowen falls und die stirling falls, an welche wir so nah heran gefahren wurden, dass wir uns quasi unter dem wasserfall befanden und dem entsprechend nass wurden.
Zusammengefasst ein sehr gelungener ausflug und sicher nicht ganz ohne grund eine der hauptattraktionen neuseelands, die wahrscheinlich fast jeder, der das land erkundet, auf seinem plan stehen hat.
Die rückfahrt gestaltete sich interessant, da dube am homer tunnel brodelte.
Wir stellten bereits fest, dass er die letzten tage immer heißer wurde und sich damit mehr und mehr als sorgenkind etablierte, welches unbedingt eine werkstatt benötigt.
Da wir dachten, dass es aus organisatorischen gründen besser wäre dube in einer größeren stadt wegzuschaffen, setzten wir uns invercargill als ziel.
Daher schonten wir dube so gut es ging und übernachteten am rande der southern scenic route, welche nachdem wir te anau erneut passierten in südliche richtung weiterführte.
Am nächsten morgen machten wir uns, mit dem großen ziel invercargill irgendwie zu erreichen, auf den weg und fuhren somit statt nach geschwindigkeits- nach temperaturanzeige.
Dube fand diese idee nicht so toll und streikte nach wahnsinnigen 15 gefahrenen kilometern und wo soll es sonst passieren als irgendwo im nirgendwo … anders wäre es ja nicht spannend genug gewesen!
Zum glück sind wir mitglieder im neuseeländischen adac und konnten somit recht schnell abgeschleppt werden.
Doch bevor die einheimischen autoklempner dies taten, wurde ganz nach kiwiart ein eimer wasser aus der nachbarschaft geholt und in den kühler gegossen … nix kühlerflüssigkeit – warum auch? ein auto wird hier eben fahrbar gemacht und nicht verwöhnt … :D
In der werkstatt angekommen …
Erste diagnose: kleiner riss in einem schlauch - 24$ - wir: *rumhüpfend* billiger konnten wir nicht davon kommen.
Doch zu früh gefreut … nach einem kilometer - keine besserung … also zurück!
Zweite diagnose: kühler muss ausgebaut und gereinigt werden!
Das hätte für uns 5 tage wirklich richtig tiefe pampa bedeutet, da der kühler nach dem ausbauen erst in die stadt geschickt werden gemusst hätte, um dort gereinigt werden zu können.
Doch der nette autofritz bot uns an es mit einfachem ausspühlen zu versuchen, was wir deutlich bevorzugten - hauptsache wir kommen da weg
Ende vom lied: um 110$ ärmer - eine geschichte reicher - und dube mit neuer persönlichkeit als icebox!!! und die hauptsache - alle drei glücklich … *puh*
Damit konnten wir nach diesem nervenaufreibenden vormittag unsere reise auf dem southern scenic highway fortsetzen und stießen in riverton auf eine niedliche kleine robbe, die sich auf einem stein im blitzlichtgewitter aalte und überhaupt nicht scheu für uns posierte.
Ich habe mich vor entzücken kaum zügeln können … der arme rudi … ;)
Kurz darauf erreichten wir invercargill, endlich wieder zivilisation nach der dünn besiedelten westküste.
In dem großen stadtpark, queens park, sahen wir unter anderem diverse papageienarten und kängurus.
Ansonsten war die stadt auffallend schön und nicht übermäßig vom tourismus geprägt.
Nachdem wir die stadt wieder verlassen hatten, durchquerten wir die region, die sich catlins nennt.
Dabei gab es das eine oder andere feinschmeckerchen fürs auge … den slope point, als südlichsten punkt der südinsel und einen versteinerten wald mit gelbaugenpinguinen, die am späten nachmittag an land kamen.
Wir sind sicherlich nicht die einzigen gewesen, die vorher noch nie pinguine gesehen hatten und von daher kann man sich sicherlich vorstellen, wie wir uns gefreut haben.
Nach diesen vielen höhepunkten in so kurzer zeit drehten wir dem äußersten süden den rücken zu und bogen somit auf die zielgerade ein … es ging nun richtung norden und wir schafften es noch am selben abend bis nach dunedin.
Hier sind wir schon seit ein paar tagen und tingeln mal wieder zu dritt umher - isa ist wieder an bord!
Zusammen haben wir eine billige ganzkörperwäsche in einem salzwasserfreibad abgegriffen.
Die kulisse war besser denn je … direkt am meer konnte man während eines päuschens beim schwimmen das rege treiben an dem beliebten surferstrand beobachten - traumhaft!!!
Außerdem statteten wir der steilsten straße der welt, so wird es zumindest behauptet, einen besuch ab.
Sie ist 161m lang und legt einen höhenunterschied von 47m zurück … an der steilsten stelle beträgt der anstieg 38% - wirklich beeindruckend. Hochgefahren sind wir aber trotzdem nicht…;)
So, da sind wir nun - der reisemarathon geht in die letzte runde und die wird heute in angriff genommen.
Ich werde mich wohl das nächste mal aus christchurch melden, aber vorher schauen wir uns den mt cook und die moeraki boulders an.
Dann lasst euch von der arktischen kälte nicht zu sehr runterziehen…ich schau mal, ob sich der kiwiwettergott dazu überreden lässt, mit dem deutschen kollegen ein ernstes wörtchen zu reden … ich geb mein bestes … ;)
Dann sende ich euch erstmal ein paar sonnige grüße über den teich …
cya euer lischen
