huhu an alle, die das weihnachtsfest hoffentlich heile überstanden haben …
im gegensatz zu euch hat uns weihnachten dieses jahr nicht groß tangiert, außer vielleicht dass die letzten tage sehr viel spannendes und auch unvergessliches passiert ist.
noch am selben tag meines letzten blogeintrags sind wir von napier in richtung taupo aufgebrochen und haben ungefähr auf der hälfte der strecke auf einem kleinen parkplatz übernachtet bevor wir dann am nächsten tag unser ziel erreichten.
Taupo ist eine relativ einfache stadt, die sich am nordufer des größten sees neuseelands, dem lake taupo, angesiedelt hat.
Der see ist wirklich rießen groß und von einem aussichtspunkt, welcher später von uns auch als schlafplatz genutzt wurde, sehr gut zu überblicken.
Hinter dem see türmen sich die giganten des tongariro naturparks, welcher unser nächstes ziel sein sollte.
Doch vorerst erkundeten wir die umgebung taupo´s per pedes, denn diese hatte vor allem durch den waikato landschaftlich einiges zu bieten, denn er ist der längste fluss neuseelands und findet seinen urspung im lake taupo.
Die bekannten huka falls und die aratiatia rapids, ein staudamm, der viermal am tag geöffnet wird, waren dabei sehr einprägend.
Am darauf folgenden morgen war es ein gigantisches schauspiel, zu beobachten, wie die wassermassen des waikato, aus dem stausee durch das enge, sich zwischen den felsen entlang windenden flusstal, schossen und das leere tal mit rassender geschwindigkeit immer mehr gefüllt wurde.
Wir haben dabei vom obersten aussichtspunkt aus auch wieder fleißig fotos geschossen und somit danach das anschwellen des flusses in bilderserien sehr gut rekostruieren können.
Doch wie immer glaube ich kaum, dass diese bilder nur ansatzweise so beeindruckend wirken, wie es tatsächlich war, aber schaut selbst …;)
Nach diesen spektakeln machten wir uns auf den weg.
Das ziel lautete, wie schon erwähnt, tongariro national park!!!
Hier befinden sich unter anderem drei große vulkane - mt tongariro (1967m), mt ngauruhoe (2287m), mt ruapehu (2797m) und das faszinierende daran ist, das alle drei noch aktiv sind.
Anfangs wollten wir eine zweitagestour, den so genannten northern circuit, in angriff nehmen, doch die wettervorhersage war zu schlecht, als dass es sich gelohnt hätte.
Denn wandern macht ja schließlich am meisten spaß, wenn man auf dem gipfel ankommt und dann auch mit einer tollen aussicht belohnt wird.
Letztendlich haben wir uns dann, der vernunft wegen, für den tongariro crossing entschieden.
Das ist (zu recht) eine hoch gelobte eintagestour, welche für 7-8h veranschlagt war und an vielen herr der ringe-drehorten vorbei führt.
Unter anderem führt sie auch an zwei der drei genannten vulkanen, dem mt. tongariro und dem mt. ngauruhoe, vorbei, welche wir nach zeitlichen möglichkeiten auch bezwingen wollten.
Am vorabend reservierten wir zwei sitzplätze in einem bus, der uns von unserem zielpunkt aus zum start bringen sollte.
Daher übernachteten wir gleich am ziel, um dann später glücklich und erschöpft sofort „daheim“ sein zu können bzw. nicht an einen bus angebunden sein zu müssen.
Dann hieß es 5.30uhr aufstehen und die kälte zu ignorieren, was in anbetracht auf die vorfreude relativ leicht fiel.
Nach einer frühmorgendlichen stärkung am start pilgerten wir nun ca.7.30uhr los.
Aufgabenverteilung:
rudi: armer packesel mit 20 kilo in form von essen und vor allem trinken auf dem buckel!!!
lischen: zuständig für die spätere erinnerungserleichterung in bildlicher form … weiter nix – quasi knapp 200gramm am arm … :P … nicht ganz fair, ich weiß!!!
Anfangs führte uns ein einfacher weg stets leicht bergauf an einem fluss entlang durch erste lavafelder.
Die vegetation war hier nicht halb so gut ausgeprägt wie der touri-auflauf.
Erste selektion wurde zum glück an den darauf folgenden treppen vorgenommen, wo sich die spreu vom weizen trennte, wir endlich mal mehr sahen als nur den rücken des vordermannes und ich auch gegebenenfalls mal anhalten konnten, um das eine oder andere foto zu schießen.
Nachdem wir die soda springs erreicht hatten, bogen wir kurze zeit später entgegen den meisten zu unserem ersten abstecher nach rechts ab und waren somit auch fast allein, die den großen „bilderbuchvulkan“ bezwungen.
Der mt. ngauruhoe, welcher auch aus herr der ringe als schicksalsberg bekannt ist, ist ein perfekt symmetrischer kegel und spielt daher wahrscheinlich auch eine sehr große rolle!
Dann wurde es ernst, denn loses gestein machte die ganze sache (den aufstieg)nicht gerade einfacher – besonders nicht mit einem 20kilo-rucksack! (*rudi-bemitleid*)
Der aufstieg und das feeling des bergsteigens wurde durch erstes eis, das durchklettern von verschiedenen lavazungen, die verschiedenfarbigen gesteine und letztendlich das erreichen des ersten schnees noch einmal intensiviert.
Zumal diese art von wandern für mich völlig neu war und ich gar nicht fassen konnte was ich dann nach 2h purer konzentration auf dem gipfel erlebte.
Ich kann es nicht beschreiben – mir fehlen dazu die worte … schaut euch einfach die bilder an, dann wisst ihr von was ich schreibe! Der HAMMER !!!
Der weihnachtsmann hat es dieses jahr richtig gut mit uns gemeint, denn wir haben das bestmögliche weihnachtsgeschenk schon am 23ten in form eines kaiserwetters bekommen.
Unser glück ist dabei besonders auffällig, da es in der woche nur einen einzigen geeigneten tag gab und genau diesen haben wir erwischt.
Als ob die aussicht von da oben nicht schon beeindruckend genug gewesen wäre … nein !!!
Der vulkan muss noch ein i-tüpfelchen oben drauf setzen und zu guter letzt auch noch dampfen… wie geil ist das denn !?!
Wir standen da und konnten nicht fassen was wir da vor uns sahen … so etwas habe ich in meinem leben noch nie erlebt.
Wo man hochgeklettert ist, muss man ja bekanntlich auch irgendwann wieder runter und so kam es wie es kommen musste.
Für mich war der abstieg um längen spektakulärer und spaßiger als für rudi, denn es ließ sich gut runter rennen, wobei man richtig gut vorwärts kam, was mit einem rucksack allerdings schon fast zu schnell werden kann.
Als nächstes durchliefen wir eine hochebene, die uns erstmal wieder strecke machen ließ und das gerade erlebte ansatzweise zu verdauen bzw. versuchten wir es zu begreifen.
Am ende dieser hochebene führte ein inzwischen von uns als mittelschwer eingestufter weg hinauf zum red crater, dem höchsten punkt des eigentlichen tongariro crossings.
Von dort aus ging unser zweiter ausflug vom „normalo-weg“ ab – zum mt.tongariro.
Dieser aufstieg gestaltete sich um vieles leichter und wir waren im nu wieder zurück und folgten mit aufgesperrten augen und offenem mund munter weiter dem verlauf des weges vorbei am red crater und abwärts zu den emerald lakes, welche uns im schönsten türkis was die natur auf lager hat, entgegen schimmerten.
Nach dem blue lake haben wir gedanklich schon ein resumé gezogen, welches zu gunsten des angeklagten sehr sehr gut ausfiel und wir uns einig waren, dass dies wirklich den namen der besten eintagestour neuseelands, wenn nicht sogar der welt verdient hat.
Außerdem haben wir uns seelisch und moralisch darauf eingestellt lediglich noch bergab zum van zu wandern.
Doch so ohne weiteres ging das natürlich nicht – der weg hatte noch so manch eine überraschung im petto.
Der weg verlief aber ab jetzt stets bergab und brachte uns auf privatgelende noch einmal ins staunen, da pöltzlich der berg aus einigen spalten dampfte und wir wieder mal von einem schwefelgeruch umhüllt das erdinnere zu spüren bekamen.
Nach einigen flussüberquerungen und nun endgültig nicht mehr viel erwartend (denn schließlich muss doch auch irgendwann mal schluss sein) tauchten wir nach einer kurzen treppe auch noch in einen urwald ein.
Wir spazierten den letzten abschnitt neben einem regenwaldflüsschen, der ab und zu mal einen hübschen wasserfall aus dem ärmel zog, entlang und dachten nur : was für ein abschluss!!!
Nichts desto trotz sind wir glücklich und zufrieden nach 11h am auto angekommen.
Dennoch muss ich sagen, waren wir schon etwas platt.
Alles in allem kann ich nur allen, die irgendwann mal in neuseeland sein sollten, diesen rundum fantastischen, facettenreichen und zu keiner zeit langweilig erscheinenden weg nur wärmstens ans herz legen – genial!
Rudi hatte nach dieser gigantischen leistung sogar noch die kraft ein wenig das gaspedal unseren geliebten vans zu streicheln, sodass wir noch ein wenig strecke machten bis wir dann ziemlich am anfang des „forgotten world highways“ an einem fluss, worin wir versuchten unseren körpergeruch erträglicher werden zu lassen, halt machten.
Gedanklich in dem erlebten des tages schwebend und uns so langsam in den schlaf freuend … wurde ein unvergesslicher tag beendet … ;)
Am nächsten morgen (heiligabend) wurden wir vom regen, der mit einer anhaltenden intensität auf unser dach trommelte, geweckt. Da kam doch glatt weihnachtsfeeling auf.
Der erste schritt aus dem van auf die wiese und man stand knöcheltief im wasser – super… frohe weihnachten!!!
Daher war dieser tag ein geborener autotag, dh. dass wir ohne ein schlechtes gewissen zu haben, den tag im van verbringen konnten.
Der „forgotten world highway“ macht seinem namen alle ehre, denn gleich ziemlich am anfang verdeutlicht ein schild, wie vergessen dieses fleckchen erde wirklich ist.
Denn das schild lässt einen wissen, dass man in den nächsten 150km nach einer tankstelle und demzufolge auch jegliche größere zivilisation vergebens suchen wird.
Zu beginn säumten zahlreich saftig grüne hügel unsere strecke bevor sich der charakter in felsig und später sogar in „regenwäldlich“ änderte.
Der anhaltende regen machte dieses regenwaldfeeling perfekt und sehr naturnah, besonders wenn aus jeder felsspalte ein wasserfall entspringt, der auf der straße mündet.
Auch fragten wir uns zwischendurch kurzzeitig, besonders als uns mal wieder eine 12km lange schotterpiste beglückte und wir dann vor einem ziemlich schmalen steinernen tunnel standen, ob dies wirklich der state highway 43 sein sollte – doch er war es wirklich, wir haben es gesehen … ;)
Der tunnel brachte uns schlagartig zurück in das vertraute hügelige hobbitland.
Der lustige highway fand sein ende schließlich in stratford, wo alle straßen nach figuren aus shakespeares werken benannt waren.
Unser weg führte uns an diesem tag noch bis an die westküste nördlich des taranakis (2518m) - nach new plymouth.
In diesem verhältnissmäßig großen städtchen, welches knapp an die 50.000 seelen zählt, verbrachten wir nun die feiertage.
Und wie verbringt man heiligabend, wenn man sich nicht zuhause mit kartoffelsalat voll stopft und wartet, dass es nun endlich mal die geschenke gibt… ;) ???
Genau, man geht natürlich, wie es hier wahrscheinlich auch üblich ist, party machen!
So verbrachten wir heiligabend in einem club und sonst ist der ganze weihnachtstrubel auch ähnlich spurlos an uns vorüber gegangen.
Lediglich beim e-mail schreiben und bei dem anblick diverser weihnachtlich eingerichteter schaufenster schweiften die gedanken doch mehr als gewöhnlich zu den daheimgebliebenen familienmitgliedern ab.
Des weiteren haben wir uns in new plymouth mal wieder ein schwimmbadbesuch geleistet. Hier haben wir uns auf der 50m-außenbahn neben dem braun- und sauber werden mal wieder austoben können.
Am gestrigen tag lockte dann doch noch der riesen mounti - taranaki, den man aber leider nur spärlich zu gesicht bekam, weil dieser sich hinter den wolken verstecken musste.
Wir unternahmen, zwecks der fortgeschrittenen uhrzeit, nur eine zweistündige wanderung, welche wir aber in 50min absolvierten und hatten somit auch was von diesem etwas größeren hügel zu erzählen.
Nach fünf tagen wird es nun aber langsam auch mal zeit, dass wir gen süden in richtung wellington lostigern, weil wir da schließlich in das neue jahr reinrutschen wollen.
An dieser stelle wünsch ich schon mal allen einen guten rutsch.
Der plan sieht ebenfalls vor, dass wir am 4.januar mit der fähre auf die südinsel übersetzten und ich mich dann mal langsam aber sicher auf arbeitssuche begeben werde … mal schauen wo das hinführt… ;)
So, das war erstmal wieder das neuste von „down under“ …
viele liebe grüße … euer lischen
