Ein sonniges hallihallöchen … ins kalte deutschland!!!
Ich weiß was ich hier nicht vermisse…ja, richtig den winter!
Bei strahlendem sonnenschein und temperaturen stets über 20° eroberten wir nun den abel tasman nationalpark, den norden der südinsel und den anfang der westküste, wie ich es in meinem letzten post angekündigt hatte.
Froh und munter und den neuen erlebnissen entgegenblickend, machten wir uns auf den weg richtung marahau.
Dieser kleine ort war der ausgangspunkt für einen einmaligen kanutrip an der von stränden gesäumten küste des abel tasman nationalparks entlang.
In motueka, der letzten größeren „stadt“ vor dem nationalpark, informierten wir uns über das wetter der nächsten tage und entschieden, dass die optimale lösung die zweitagesvariante ist, um somit einen sonnenuntergang sowie – aufgang mit einer kullisse der extraklasse sehen zu können.
Daraufhin haben wir letzte vorbereitungen getroffen:
im supermarkt deckten wir uns mit reichlich tunfischdosen ein und eine nacht auf dem zeltplatz der watering cove wurde reservierten.
Nach einem kleinen abstecher nach kaiteriteri erkundeten wir die ersten kilometer des wanderwegs, der der küstelinie des nationalparks folgt, mittels eines kleinen läufchens.
Am folgenden morgen konnten wir zum glück schon mit dem ersten wassertaxi des tages, welches um 8uhr ablegte, durchstarten.
Deshalb hatten wir bereits am vortag unseren einführungskurs absolviert und somit unsere wassertauglichkeit bewiesen… ;)
Allein die fahrt mit einem taxi der speziellen art war ein erlebniss – man wird von einem traktor, welcher im miniformat speziell für das transportieren der boote eingesetzt wird ins wasser manövriert, was sich bei ebbe in ein abstoßen des bootes ins wasser umformt.
Nun geht es endlich los und der traum, den ich mir schon in deutschland ausgemalt habe, wird endlich wahr…
Auf der fahrt an den endlos vielen gelben stränden vorbei gab es gleich zu beginn einen kleinen höhepunkt, denn der bootsführer hatte einen pinguin gesichtet – einen kleinen blauen pinguin, welcher zu der kleinsten pinguinart der welt gehört… niedlich^^
… doch es sollte bei weitem nicht der letzte höhepunkt gewesen sein!!!
Nach einer rasanten flummiartigen hopserfahrt über die wellen wurden wir mit unserem kanu am onetahuti beach zurückgelassen und nachdem wir alle unsere mitbringsel im schwimmendem untersatz verstaut hatten, ging es nun endlich nach 9 uhr richtig los…
Erste anlaufstation und geheimtipp unserer einweiserin vom vortag, lag ein stück nördlich und nennt sich shag harbour.
Zwischen felsen hindurch gelangt man in eine traumhafte bucht mit türkisblauem wasser… dort hieß es zwei minuten innehalten und genießen…
Nach diesem morgendlichen feinschmeckerchen steuerten wir tonga island an, wo sich eine seelöwenkolonie niedergelassen hatte und sich die sonne auf ihre nicht zu kleinen bäuche scheinen ließ.
Ein paar von ihnen amüsierten sich auch im wasser direkt neben uns.
Nur 1,5 stunden nach dem ablegen in der onetahuti bay und eigentlich schon mit viel zu vielen eindrücken im gepäck ließen wir die paddel fliegen und brachten uns und unser kanu somit recht schnell wieder ans festland, wo der nächste traumstrand schon förmlich danach schrie von uns fotografiert zu werden.
Er nannte sich tonga quarry.
Wir verweilten ein paar minütchen … und schon ging es auf zur nächsten bucht – der bark bay.
Während des paddelns und herumschauens wurden wir plötzlich mit offenem mund in spähposition und kamera in der hand versetzt … ist da wirklich gerade ein delfin vor unseren augen im wasser rumgesprungen??? … ja, ist er!!! *ohne worte*
Doch leider war die summe der visualisierungs- und reaktionszeit meines fingers auf dem auslöser der kamera zu groß, um ihn zu erwischen… schade, aber wir haben ihn oft genug gesehen!!!
Nach dem passieren einer sandigen landzunge tauchten wir wiederholt in eine andere welt ein.
Der charakter ändert sich entgegen dem offenen meer schlagartig in ein ruhiges sanft fließendes gewässer, in dem man sich in ruhe treiben lassen und zumindest ansatzweise versuchen kann die letzten stunden etwas zu realisieren – bei mir jedoch ohne erfolg!!! ;)
Da die flut an diesen beiden tagen um die Mittagszeit herum lag, konnten wir fast alle dieser meeresarme befahren und somit alles auskosten konnten, was die küste des nationalparks hergibt.
In der frenchman bay konnten wir, aufgrund einer nachmittagsruhe am postkartenstrand, den faszinierenden unterschied zwischen ebbe und flut (bzw. benachbarte bucht voll und leer) beobachten.
Da wir schon den ganzen tag viel zu schnell waren, genossen wir ein wenig länger die sonne und paddelten irgendwann durch die mad mile, die wahrscheinlich sonst immer „mad“ also schwer zu paddeln ist, um zur watering cove zu gelangen.
Dieser strand sollte unser übernachtungsplatz sein.
Allerdings waren wir der meinung, dass dieser tag einfach zu perfekt war … sodass wir kurzer hand beim rausziehen des kanus, dieses noch einen kleinen umweg über meinen zeh machen ließen.
Dennoch konnte nicht einmal der harte boden auf dem wir schliefen (in einem zelt) die stimmung trüben – mit sonnenbrand, dicken armen (zumindest bei mir) und frohem gemüt schlummerten wir ein.
Am nächsten morgen … halt … nennen wir es „noch in der nacht“ … machten wir uns erneut auf den weg.
Mit dem sonnenaufgang auf dem wasser hat der neue tag schon einmal prächtig begonnen und für die folgenden zwei stunden sahen wir keine menschenseele weit und breit.
Anfangs fuhren wir wiederholt in richtung norden, um uns die torrent bay, die wir am vortag ausgelassen hatten, anzuschauen.
Anschließend nahmen wir kurs auf anchorage und ließen uns dort zum mittagsbrutzeln nieder.
Nach diesem kindergartenvormittag mussten wir zum ersten mal gas geben, da wir schon 16uhr wieder in marahau sein mussten und noch den weiter südlich gelegenen split apple rock erspähen wollten.
Da anchorage ca. die hälfte der gesamten nord – südstrecke von anfangs- bis endstation darstellte, mussten wir nun drei stunden am stück unsere fortbewegungsmittel ihren zweck erfüllen lassen… was ziemlich an meinen kräften zehrte!
Letztendlich haben wir es aber locker geschafft.
Am abend war ich schon ziemlich fertig…
Es war zwar ein ganz schön großes bündel geld, was uns dieser spaß gekostet hat, aber das war uns dieser ausflug eindeutig wert.
Am darauf folgenden tag fuhren wir bis an das nördlichste ende der südinsel und unternahmen ein läufchen (rudi) / eine wanderung (ich, wegen meinem verletzten zeh)
Zum ziel hatten wir beide den wharariki beach … und unabhängig voneinander stockte uns der atem, als wir den ersten blick auf diesen so fassettenreichen strand warfen.
Er hatte von gigantischen dünen bis hin zu felsen so einiges zu bieten.
Was auch der grund für unser verweilen und herumlaufen bis zum sonnenuntergang war.
Da wir so angetan waren, wurde das schöne wetter, welches uns den gesamten nächsten tag einen durch und durch blauen himmel und somit auch temperaturen bis zu 30°C bot, genutzt um den strand im hellen wiederholt unsicher zu machen.
Davor wurde mittels eines läufchens / spaziergangs noch der cape farewell / der pillar point erklommen.
Anschließend wanderten wir gefühlte vier stunden durch die wüste bzw. eigentlich eine 1,5 stunden runde über den farewell spit.
Dieses besondere naturschutzgebiet ist eine 26km lange landzunge, die aus dünen besteht, die golden bay weitestgehend vom ozean trennt und die heimat vieler verschiedener vogelarten ist.
Nach diesem „kleinen“ abstecher in den norden machten wir in motueka einen kleinen organisatorischen zwischenstopp, da sich unsere essensvorräte dem ende zuneigten, bevor es auf direktem weg richtung süden zu den nelson lakes weiterging.
Dort angekommen wurden wir von den sandflys (beißende obstfliegengroße plagegeister) förmlich aufgefressen, so dass wir es nicht sehr lange aushielten.
Als nächste station für 2-3 tage organisatorische tätigkeiten hatten wir eigentlich westport auserkoren, doch wir waren schneller wieder weg als wir dachten.
Diese „stadt“ hatte definitiv ihre hochzeit hinter sich gelassen und der kohleboom ist längst verflogen.
Das einzig schöne, was wir entdecken konnten war ein denkmal.
Generell erweckt es bis jetzt den eindruck, als ob sich die städte an der westküste alle nicht viel nehmen … sie wurden zur zeit des kohle- oder goldbooms aus dem boden gestampft und seitdem ist hier nicht mehr viel passiert.
Wir setzten deshalb unsere reise fort und reihten uns an den pancake rocks und blow holes (spritzlöchern) ausnahmsweise mal wieder in den fluss der touris ein, da nur zur flut die höhlen volllaufen und es dann riesige fontänen zu sehen gibt.
Anschließend haben wir uns noch etwas in sportlicher hinsicht betätigt und sind den pororari river track gelaufen, welcher stets am fluss entlang führte.
Dieser lauf war einfach spitze … es lief wie geschmiert. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass es der erste lauf seit zwei wochen war.
Eine woche gab es auf der farm absolut keine möglichkeit und die darauf folgende war es wegen meinem zeh nicht möglich.
Da es mit westport nicht so geklappt hatte, setzten wir uns greymouth als neues ziel.
Die gute infrastruktur war wie für unsere bedürfnisse geschaffen.
In der örtlichen bibliothek konnten wir sowohl strom als auch internet frei nutzen – das muss man ausnutzen!!!
Lediglich der point elizabeth war noch recht interessant, aber sonst hat das verhältnissmäßig große städtchen nicht viel zu bieten … das flair ist irgendwo zwischen der zeit der kohleförderung bis jetzt auf der strecke geblieben.
Wie dem auch sei … wir werden heute von hier aufbrechen und die beiden großen gletscher, den franz-josef – und fox gletscher, ins visier nehmen.
Auf dem weg wird es nur vereinzelte zwischenstopps, wie zum beispiel hokitika geben, so dass wir, wenn alles nach plan verläuft, schon morgen abend an den gletschern sein werden.
Ihr merkt, wir haben gut zu tun … man könnte es „reisestress“ nennen, aber ich denke es gibt schlimmeres und wir werden es überleben … ;)
Mir geht es also weiterhin prima … und ich bin nicht traurig über die 20cm sandstrand unter meinen füßen!!!
es grüßt vom anderen ende der welt …
euer lischen ;)

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